Polnische Karikaturisten Die erste nach dem II. Weltkrieg Antologie der polnischen Karikaturisten mit 5 Cartoons des Au- tors. Ferdynand B. Ruszczyc, Jacek Urbański, Polska Oficyna Wydawnicza “BGW” Warszawa 1994, ISBN 83-7066-562-4
Die Katalogseiten mit Zeichnungen des Autors. Der Herausgeber hat sich für sehr ausführliche Erklärungen zu allen Cartoons entschieden. Dem Rüssel/Händedruck zweier Schweine wurden marktwirtschaftlich-politischen Züge unterbuttert, auch die Sovietunion wurde dezent eingeflochten. das war bestimmt zu 50% überflüssig…
Die Titelseite des Katalogs zur Ausstellung im Westfällischen Landes- museum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster, 12.April - 14.Juni 1987 und im Wilhelm-Busch-Museum, Hannover 30.August - 18. Oktober 1987 Die Zeichnung des Autors „Der Zeitungsleser“ wurde für den Katalog, das Plakat und für die Einladungen verwendet
Ein in der DDR im Jahre 1978 erschiene- nes Buch mit der Zeichnung des Autors. Kopf durch die Wand Neue polnische Karikatur Eulenspiegel Verlag Berlin 1980
Ein Ausschnitt aus „Die Zeit“ zur obigen Ausstellung vom Mai 1987. Damals arbeitete ich zur Probe in einem Architektur- büro in Stuttgart und wusste nichts von der Ausstellung in Münster. Plötzlich kamen meine Kollegen vorbei und fragten, ob ich derjenige bin, von dem Die Zeit berichtete. Ich war wirklich verblüft und sprachlos.
Die erste Zeitungspräsentation des Autors in einer warschauer Illustrierten. Hier wurde er als blond bezeichtet. Einer der vielen klaren Beweise dafür, dass die Presse in der Zeit des s. g. Kommunismus Unwahrheiten am laufenden propagier- te.
Eine Information zum Autor in einem der Kalender, die die satitische Wo- chenzeitschrift Szpilki” unregelmäßig herausgegeben hatte (hier mit einer Autokarikatur des Autors).
Das Plakat zur individuellen Austellung in der Kunstgalerie BRA- MA in Gliwice/Gleiwitz, Juni/Juli 1995. Der Text in der Wolke läßt sich leider nicht genau übersetzen, weil das ein polnisches Wortspiel ist (in etwa: Das sind die Folgen des Wodkatrinkens )
Die Schweizer Zeitschrift Camencind bestellte die Zeichnung zum Thema Fiat 126p (p bedeutet die polnische Lizenz, nach der der winzige PKW lange Jahre als „ideales Familienfahr- zeug“ gebaut wurde), was natürlich ein kommunistischer Quatsch war . „Denkmal für die Volksrepublik Polen“ wurde das Cartoon vom Autor benannt.
Eine Satireausstellung in Lodz, 1974. Hier eine Zeichnund des Autors, die die Werte der Stadtfolklore zu verteidigen versucht, die die damalige Staatsmacht aus dem Bewustsein der Gesellschaftr zu tilgen wollte. In der s. g. Zwischenzeit sind die Bedingungen, Bier zu konsumieren, we- sentlich besser geworden. Der Text im Cartoon: Die Jugend an den Bier- buden? Da bläst man das Problem auf. Jemand muss doch die Stadtfolklore bilden!
Karikaturwettbewerb “Jugend 76”. Die Zeichnung des Autors gewann den II. Preis. Im Moment der Verleihung war der Autor 35 Jahren alt. Also nicht mehr jung. Wir sollten daran erinnern, das die Kulturgeschichte viele Schöpfer kennt - Schriftsteller, Dichter, Maler, die mit 20 bis 25 starben und trotzdem im ewigen Kulturgebäde eigenen Platz als Giganten behalten. Es gibt also keinen besonderen Grund, stolz zu sein.
Aus der warschauer Presse: Eine Besprechung der Ausstellung „Die besten arbeiten aus dem Bestand des Karikaturmuseums“, die am 27. November 1983 im frisch eröffneten Karikaturmuseum in War- schau stattgefunden hat. Dort wurden 10 Arbeiten des Autors ausgestellt, welche ursprünglich vom Kultusministerium gekauft worden waren.
Interviews in der loka- len Presse. An sich ist die Sache nicht erwäh- nenswert, doch war das die Gelegenheit vor sich hin zu Quatschen und zu blödeln.
1945 2. Weihnachtstag 1963-68 Architekturstudium, gelegentlich kabarettistische Tätigkeiten 1967 die erste Veröffentlichung in der Kattowitzer Trybunia Robotnicza (Die Arbeitertribühne) 1969-72 Assistent der Technischen Hochschule in Gliwice (Oberschlesien). Der erste Gehalt: 1650 Zloty (sehr bescheiden) 1971 die Hochzeit, die Fantastische heißt Basia Skubella, eine echte Oberschlesierin, Literaturwissentschaftlerin 1970-71 einige Monate Zusammenarbeit mit der Zeitung Sport - wöchentliche grafische Kommentare 1970-72 freie Zusammenarbeit mit dem Rundfunksender Polskie Radio Katowice. Wöchentliche Musiksendungen (zusammenarbeit mit Henryk Junik) und Sendungen zum Thema Architektur. Wegen des starken politischen Drucks der damaligen kommunistischen Führung der Woiwodschaft Katowice wird diese Angenehme Tätigkeit am Mikrofon vorzeitig eingestellt. 1973 kommt die Tochter Justyna zur Welt. 20 Jahren später studiert sie Bühnen- und Kostümbild bei Prof. Rose in Stuttgart. Arbeitet mit vie- len Theaterbühnen in Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien zusammen 1973-82 Architekt in einem großen Gleiwitzer Ingenieurbüro. Ab 1981 selbständige Arbeit an zwei Kirchenprojekten in Zusammenarbeit mit der Architektin Barbara Jękot 1973-81 Zusammenarbeit mit der traditionsreichen satirischen warschauer Wochenzeitschrift Szpilki (die Nadeln) . Sporadische Veröffentlichun- gen in anderen Blättern, auch im Pardon (Frankfurt/M) , zwei Fernsehauftritte 1981 13. Dezember, ein General Verkündung den s.g. Kriegszustand in Polen - die Zusammenarbeit mit den Zeitschriften endet sofort 1984-86 Umzug nach Nordafrika, dort Architekt in einem Ingeneieurbüro in Oran, Algerien. 2,5 Jahre Aufenthalt mit Tochter und Basia, die als Dozentin an der Es Senia Universität Oran Literatur unterrichtet. 1986 Ansiedlung in Deutchland, ab 1977 in Stuttgart, ab 1990 in eigenem Haus in direkter Nähe von Stuttgart 1987-2020 Architekt in einem großen Architekturbüro in Stuttgart. Unverbindliche Gründungen einiger Bluesbands Teilnahme an mehreren Gesamtausstellungen in Polen und im Ausland (u. A. Münster, Hannover, London, Paris, Melbourne ) Teilnahme an den Karikatursalons, u.a. in Knooke-Heist, Bordighera oder Gabrovo, auch an der Ausstellung "Gegen Haß und Gewalt" in Fellbach. Individuelle Ausstellungen in Warschau, Kattowitz, Halle (damals die s. g. DDR), Fellbach bei Stuttgart, Gleiwitz und Weinstadt. Teilnahme an einigen Wettbewerben, 2. Preis im Wettbewerb "Jugend in der Karikatur", Polen 1976. 2. Platz im Cartoon-Wett-bewerb zum Thema “Locker lassen” - Polen, maj 2017. Diese ganze satirische Tätigkeit betrachte ich als keine schwerwiegende oder bedeutende Aufgabe. Obwohl die Satire sicherlich eine gewisse Bedeutung hat. Sie kann schmerzen, wenn sie ihr Ziel erreicht. Dennoch: diejenigen, die Gegenstand der Satire sind, erken- nen sich in ihr nie. Vor allem nicht die Politiker. Ob das frustrieren kann? Das hängt von vielen Faktoren ab.
was so in den letzten vielen Jahren gelaufen ist…
Lexikon polnischer Karikaturkünstler herausgegeben anläßlich des 35-Jähri- gen Bestehens des Karikaturmuseums in Warschau. Zygmunt Zaradkiewicz (Redaktion) Wydawnictwo Muzeum Karykatury, Warszawa 2013, ISBN 978-87994-58-8